

Ob Pflege, OP oder Hauswirtschaft – in allen Bereichen der RKH Kliniken arbeiten Menschen, die aus ganz unterschiedlichen Gründen nach Deutschland gekommen sind. Gemeinsam ist allen Mitarbeitenden der RKH Gesundheit: Sie sind Teil eines großen Teams von Menschen aus mehr als 100 Ländern, die in der RKH Gesundheit arbeiten. Diese Vielfalt bereichert, stellt aber manchmal auch vor große Herausforderungen. Dies zeigt sich häufig am schnellsten in der Kommunikation. Deshalben hat sich die RKH Gesundheit im Sommer 2024 mit den Kliniken in Neuenbürg, Mühlacker, Ludwigsburg und Markgröningen sowie der RKH Klinikenservice und Gastronomie auf die Fördermittel des Landes Baden-Württemberg für ein Modellprojekt zu berufsgruppenübergreifendem Sprachcoaching in Gesundheitseinrichtungen beworben und den Zuschlag bekommen.
Im Dezember 2024 startete dann das Projekt „Pflege (selbst)verständlich“ mit zwei Zielen: zum einen ging es um die Entwicklung eines integrativen teilnehmer- und kompetenzorientierten Konzepts zur pädagogischen Beratung, zum Sprachcoaching und zur Begleitung der Lern- und Kommunikationsprozesse. Zum anderen zielte das Projekt aber vor allem auf die Verbesserung der Kommunikation und Interaktion im interkulturellen und mehrsprachigen Team.
In 13 Monaten entwickelte ein engagiertes Team aus Kolleginnen der RKH Enzkreis-Kliniken, der RKH Orthopädische Klinik Markgröningen, der RKH Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim, der RKH Klinikenservice und Gastronomie und der RKH Regionale Kliniken Holding gemeinsam mit der Sprachschule „Deutsch richtig“ aus Ludwigsburg ein Konzept und Materialien. Von Juni bis Dezember 2025 fanden dann jede Woche dreistündige Sprachcoachings vor Ort in den Kliniken statt. Neben klassischen Methoden des Sprachelernens kamen vor allem Coachingmethoden, Chatbots und andere innovative Ansätze zum Einsatz.
Bei der Abschlussveranstaltung am 10.12.2025 gab es viele Gründe zu feiern. Nadine Bartels, Leiterin des Referats 42 - Integration durch Sprache und Teilhabe im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg, lobte den Antrag der RKH Gesundheit, die Innovationskraft und das Engagement aller Beteiligten, die neben ihren herausfordernden Berufen Sprache lernen. „Ihr Einsatz macht einen Unterschied“, so Bartels. Das Projekt liefere wichtige Erkenntnisse für den Ausbau und Strukturierung der Sprachförderung in Baden-Württemberg. Die Teilnehmenden betonten vor allem die neuen Methoden, die die deutsche Sprache anders zugänglich machen als klassische Sprachkurse. Die Vorgesetzten der Teilnehmenden stellten eine größere Sicherheit und ein gestiegenes Selbstvertrauen in der Kommunikation und die eigene Sprachfähigkeit fest. Die Learnings des Projektes gehen aber über den Spracherwerb hinaus.