
Die Assistenzärztin der Klinik für Neurologie im RKH Klinikum Ludwigsburg, Dr. Love-Preet Kalra, ist diesjährige Preisträgerin des mit 5.000 Euro dotierten Robert Wartenberg-Preises der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). Die Auszeichnung wird von der Kommission „Leitende Krankenhausneurologie“ vergeben und würdigt herausragende Forschungsleistungen im außeruniversitären Bereich.
Der Preis richtet sich gezielt an wissenschaftlich tätige Ärztinnen und Ärzte in nicht-universitären neurologischen Kliniken, deren Forschung einen unmittelbaren Bezug zur klinischen Neurologie hat und konkrete Anwendung in der Patientenversorgung findet. Umso bemerkenswerter ist die Auszeichnung für Dr. Kalra: Sie zählt zu den jüngsten Preisträgerinnen und ist eine der wenigen, die den Preis bereits in der Phase der Facharztausbildung erhalten haben. Der Preis wurde ihr am 5. März bei der DGN-Chefärztekonferenz in Kassel überreicht. Die Ehrung wurde von einer besonders wertschätzenden Laudatio begleitet. Im Anschluss stellte Dr. Kalra ihre Forschung im Rahmen der renommierten „Wartenberg-Lecture“ vor.
Ausgezeichnet wurde Dr. Kalra für ihre Studien zu innovativen Bluttests, die eine rasche und zuverlässige Diagnose von Hirnblutungen bereits vor der Einweisung ins Krankenhaus ermöglichen. Grundlage ist der Nachweis eines speziellen Eiweißes – des sogenannten GFAP (Gliafaserproteins) –, das bei Blutungen im Gehirn innerhalb kürzester Zeit in hoher Konzentration im Blut nachweisbar ist. Mithilfe moderner Schnelltestgeräte kann dieser Wert innerhalb weniger Minuten bestimmt werden. Dadurch kann man sowohl Hirnblutungen erkennen, als auch bei schwerbetroffenen Schlaganfallpatienten Hirnblutungen ausschließen und somit Großgefäßverschlüsse nachweisen.
Für Patientinnen und Patienten bedeutet diese Entwicklung einen entscheidenden Fortschritt: Rettungsdienste und Notärzte könnten künftig bereits am Einsatzort oder während des Transports eine erste diagnostische Einschätzung treffen. Dadurch lassen sich lebenswichtige Maßnahmen – etwa die gezielte Blutdruckkontrolle oder die direkte Zuweisung in eine geeignete Klinik mit neurochirurgischer und neuroradiologischer Versorgung – deutlich schneller einleiten.
„Diese Forschung hat das Potenzial, die Versorgung schwer betroffener neurologischer Notfallpatienten grundlegend zu verbessern. Zeit ist in diesen Situationen ein entscheidender Faktor – je früher die richtige Behandlung beginnt, desto besser sind die Überlebens- und Genesungschancen“, betont Professor Dr. Christian Förch, Ärztlicher Direktor der Klinik für Neurologie im RKH Klinikum Ludwigsburg.
Die ausgezeichnete Arbeit unterstreicht zugleich die hohe fachliche und wissenschaftliche Kompetenz der Ludwigsburger Neurologie. Die Klinik zählt zu den führenden Einrichtungen in der Schlaganfallversorgung in Deutschland und behandelt jährlich rund 1.500 Patientinnen und Patienten auf ihrer Stroke Unit.
„Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung. Sie ist auch eine Anerkennung für die enge Zusammenarbeit unseres Teams und zeigt, wie wichtig klinische Forschung für die direkte Verbesserung der Patientenversorgung ist“, sagt Dr. Love-Preet Kalra.
Aktuell wird die Forschung weiter vorangetrieben: In Folgestudien sind schon sieben Rettungsfahrzeuge im Landkreis Ludwigsburg und vier Rettungshubschrauber bundesweit mit entsprechenden Schnelltestgeräten ausgestattet worden. Die Notärzte und Rettungssanitäter können somit bereits vor dem Eintreffen in der Klinik die Messungen durchführen und die entsprechenden Kliniken für eine beschleunigte Therapie vorab informieren.