Projekt der RKH Enzkreis-Kliniken zur Steigerung der Qualität der praktischen Pflegeausbildung

Förderung der Selbständigkeit, Verantwortung, Organisation und fachlichen Kompetenzen durch eine Lern- und Arbeitsgemeinschaft

Christa Petri (links) und alle Schülerinnen und Praxisanleitenden zogen eine positive Bilanz des neuen Projekts der Lern- und Arbeitsgemeinschaft.

Die Pflege von Patienten erfordert ein hohes Maß an fachlichen und sozialen Kompetenzen. Um den steigenden Anforderungen und den Weiterentwicklungen im Gesundheitswesen gerecht zu werden, wurde das Konzept der Lern- und Arbeitsgemeinschaft (LAG) entwickelt. Es zielt darauf ab, die praktische Pflegeausbildung durch mehr Selbständigkeit und den frühzeitigen Umgang mit kritischen Situationen zu verbessern.

Die RKH Enzkreis-Kliniken haben in einem zweiwöchigen Projekt auf einer interdisziplinären Station dieses innovative Ausbildungskonzept umgesetzt und positive Erfahrungen gesammelt. Acht Auszubildende der Gesundheits- und Krankenpflege haben unter Begleitung mehrerer Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter eigenständig eine Gruppe von zehn Patientinnen und Patienten pflegerisch betreut und die organisatorischen Abläufe während einer Schicht sichergestellt. Die Auszubildenden übernahmen dabei schrittweise mehr Verantwortung, während die Praxisanleiter als Mentoren agierten und den Lernprozess begleiteten. Dadurch konnten die Auszubildenden ihre fachlichen Kompetenzen vertiefen und ihre Fähigkeiten in der Organisation und Koordination von Arbeitsabläufen stärken.

Ein zentraler Ansatzpunkt des Projekts war die Förderung der Selbstständigkeit. Die Teilnehmenden lernten, den Schichtablauf eigenverantwortlich zu strukturieren und auf verschiedene Herausforderungen flexibel zu reagieren. Besonders herausfordernd und lehrreich, war der Umgang mit Notfallsituationen. Die Auszubildenden konnten ihre Reaktionsfähigkeit schulen und lernen, in kritischen Momenten besonnen und professionell zu agieren. Ergänzt wurde das praxisnahe Lernen durch tägliche Reflexionsgespräche mit den Praxisanleitern, in denen die Teilnehmenden ihre Erfahrungen austauschten und wertvolle Rückmeldungen erhielten. Die offene Kommunikation förderte nicht nur den Lernprozess, sondern stärkte auch das Vertrauen und den Zusammenhalt im Team.

„Die Lern- und Arbeitsgemeinschaft war für mich eine tolle Möglichkeit, eigenverantwortliche Entscheidungen zu treffen, aber auch voneinander und miteinander zu lernen und im Team zu handeln“, sagte Pflegeschülerin Khaoula Laajimi. „Wir sind stolz auf die Leistungen unserer Auszubildenden. Es ist uns gelungen, praxisnahes Lernen, selbständiges Arbeiten, Übernahme von Verantwortung und Förderung von Sozialkompetenzen zu verbinden“, so die erfahrene Praxisanleiterin und Projektleiterin Christa Petri. Der große Erfolg des Projekts wurde von allen Beteiligten bestätigt, sodass bereits Planungen für eine Wiederholung angelaufen sind.